Startseite | Kontakt

Route 66

John Steinbeck nannte sie "motherroad", Henry Miller eine "Schlange die in den Himmel führt". Unsterblich wurde sie, als sie Nat King Cole im Song "Get your kicks on Route 66" verklärte.

1998 Projekt „Route 66, Strasse der Sehnsucht“ , realisierte ich mit meinem Freund Gideon Stetter aus Chur. Es ist eine 70 minütige Multivisionsschau auf vier Diaprojektoren über die legendärste Strasse Amerikas.
Schweizertournee 1998.
Sämtliche Musik ist komponiert und arrangiert von Andreas Möckli
Texter: Gideon Stetter, Sprecher: Edgar Zanoni
Projiziert auf ein Bildfeld
Dauer 75 Minuten

Siehe dazu meine Kartenreihe "Route 66"

Zeitungsartikel in Domleschger Pöschtli 4/1997

Route 66 - ein verlorener Traum von Freiheit und Mobilität
Der Fotograf Romano Pedetti und der Texter Gideon Stetter erkundeten 1996 während vier Wochen was vom grossen amerikanischen Traum, der nationalen Ost-West-Achse, übriggeblieben ist. Ausgehend von Chicago, einer pulsierenden Stadt am Atlantik mit ihren kühlen, schwindelerregenden Wolkenkratzern, führen die Spuren quer durch den Kontinent, vorbei an mannigfachen, eindrücklichen Naturwundern, hinunter an den Pazifik, nach Kalifornien, ins ersehnte, gelobte Land.
Verlassene Zapfsäulen kommen ins Bild, verlotterte, überwucherte Autos, schäbige Imbissstuben, verödete Goldmienen und wieder, immer wieder, die legendäre "motherroad", die Route 66, einst stolzer Highway, nun aufgebrochen, von Grasnarben durchsetzt, von der Natur zurückerobert. Die von Menschen geschaffenen Bauwerke, ob Strasse, ob Häuser, von 1926 bis 1977 für ein halbes Jahrhundert die amerikanische Seele wiederspiegelnd, sind allesamt am Dahinsterben und wirken auf uns, aus der Distanz, seltsam zufällig, beinahe unbedeutend.
Dann weiter, der alten Route 66 folgend, erstehen plötzlich starke, archaisch anmutende Landschaften. Die glühenden Berge, die rot-warme Erde, die schwindelerregenden Schluchten und unberührte Wüsten sind kaum zeitlichen Veränderungen ausgesetzt, zeigen sich beinahe stabil seit Menschengedenken. Das Tempo der vorbeiziehenden Bilder verlangsamt sich, das Auge schweift lange über einsame Weiten, die Vielfalt von Kakteen.
In New Mexiko dann verdichtet sich Licht und Atmosphäre und führt bei Fotograf und Texter sichtbar zu einer neuen Wahrnehmung.
Der Zahn der Zeit nagte sehr eindrücklich auch an den einst hier sesshaften Menschen. Die Schicksale der Goldgräber, der Bankräuber sind definitiv besiegelt, die Mehrheit der Geschäftsinhaber, der Garagen- und Budenbesitzer sind weggezogen, die Ausharrenden gleichen immer mehr Fossilien einer versunkenen Zeit. Die kurzen, begleitenden Textpassagen von Gideon Stetter, mal philosophisch, mal witzig formuliert, geben den herausgegriffenen Portraits, den skurrilen Einzelgängern zusätzlich Leben und Konturen.
Den Mythos "Route 66" zu visualisieren, zu beschreiben und ihn musikalisch in spannender Form umzusetzen, dies war das Anliegen von Romano Pedetti, Gideon Stetter und Andreas Möckli: entstanden ist dabei eine subjektive, eigenwillige, unterhaltsame Homage an die legendäre "Mutterstrasse" Amerikas.